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Artenschützer sind alarmiert: Neueste Ergebnisse eines internationalen Forschungsteams unter Führung der Vetmeduni Vienna belegen, dass Gepardenpopulationen sich genetisch viel stärker voneinander unterscheiden als angenommen. Der winzige Restbestand der asiatischen Unterart im Iran weist große genetische Unterschiede zu den Populationen in Afrika auf. Die Resultate wurden in der Januarausgabe der Zeitschrift Molecular Ecology veröffentlicht.

Das Forschungsprojekt von Pauline Charruau und Pamela Burger vom Institut für Populationsgenetik der Vetmeduni Vienna zeigt: Geparden aus dem Nordwesten Afrikas, dem Süden Afrikas und aus Asien unterscheiden sich genetisch viel stärker voneinander als bisher angenommen. Eine stark reduzierte Population mit Tieren aus einer entfernten Region aufzustocken, wird damit zu einem ernsten Problem: „Die Tiere würden sich untereinander kreuzen, dabei würden die Besonderheiten in der genetischen Ausstattung verschwinden, die vermutlich Anpassungen an den jeweiligen Lebensraum und das besondere Nahrungsangebot dort sind“, erklärt Burger die schwierige Situation für den Artenschutz.

Bislang ging die Forschung davon aus, dass sich die heute noch verbliebenen Bestände weltweit genetisch kaum voneinander unterscheiden. „Man vermutete, dass es vor gut zehntausend Jahren bei Geparden einen demographischen Engpass gab, bei dem sich aus einer kleinen Population der heutige weltweite Bestand entwickelte“, erklärt Populationsgenetikerin Burger. Doch diese Annahme erwies sich als falsch. Burger und ihr Team fanden anhand genetischer Untersuchungen heraus, dass sich die Gepardenbestände im nordöstlichen Afrika, im südlichen Teil Afrikas und in Asien in drei deutlich abgrenzbare Gruppen unterteilen lassen, die sich in ihrer genetischen Ausstattung stark voneinander unterscheiden. „Wir vermuten nun, dass sich die Populationen schon vor 30.000 bis 70.000 Jahren voneinander getrennt haben“, so die Forscherin.

Die einzige noch verbleibende Population asiatischer Geparden im heutigen Iran ist akut bedroht. Weil die iranischen Geparden die letzten Vertreter der asiatischen Unterart sind und sich so deutlich von ihren afrikanischen Verwandten unterscheiden, stellt ihre Erhaltung für den Iran eine nationale Priorität dar. Der Gepardenbestand im Iran wird heute auf 100 Tiere oder sogar weniger geschätzt, deshalb besteht akuter Handlungsbedarf. Gemeinsam mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen hat das Iranische Department für die Umwelt ein umfassendes Arterhaltungsprogramm für die asiatischen Geparden (CACP) ins Leben gerufen. „Dennoch, um den asiatischen Geparden zu retten, läuft uns die Zeit davon“, sagt Alireza Jourabchian, Leiter des CACP. „Wir konnten die Zahl der Geparden im Iran zwar stabilisieren, haben aber immer noch einen langen Weg vor uns, bis wir den Bestand als abgesichert bezeichnen können. Wir sind zuversichtlich, dass die neuen Forschungsergebnisse die Aufmerksamkeit noch stärker auf dieses Problem lenken werden.“

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