Akute Durchfälle bei Hunden
Akute Durchfälle durch Viren und Leptospiren:
Hunde unter einem Jahr können an Parvovirusinfektion erkranken. Das Erscheinungsbild eines schwerkranken Tieres mit akutem Durchfall und der Nachweis an Parvoviren im Stuhl in den ersten Tagen der Erkrankung ermöglichen eine Heilung.
Vor allem Welpen können an Durchfall durch Coronaviren erkranken. Diese Krankheit verläuft leichter als die Parvovirose und die Hunde werden schnell gesund.
Nicht gegen Staupe und Leptospirose geimpfte Hunde bekommen neben anderem auch schwere Durchfälle.
Akute Durchfälle durch Parasiten:Weit verbreitet sind akute Enteritiden (Darmentzündungen) durch Spul- und Hakenwürmer bei Welpen. Auch Kokzidien (Parasitenart) und Giardien (Parasitenart) können bei Junghunden schwere akute Durchfälle hervorrufen.
Akute Durchfälle durch Diätfehler und Futterunverträglichkeiten:Diese Durchfälle kommen am häufigsten vor, verlaufen aber unkompliziert. Wenn die Tiere zu viel Futter, zu viel Fett oder zu viel Kohlenhydrate aufnehmen, plötzlich ihr Futter wechseln, kommt es aufgrund von Diätfehlern zu Durchfällen.
Die Verdauung muss sich erst umstellen. Eine Futterumstellung soll nicht prompt geschehen.
Verdorbene, verpilzte und zu fettige Futter können ebenfalls Durchfälle hervorrufen. Hunde können auch nach dem Fressen von Schnee oder bei Angst mit akutem Durchfall reagieren. Solche Durchfälle lassen sich durch passende Mittel nach dem Prinzip der klassischen Homöopathie heilen.
Durchfall ist vor allem ein Reinigungs- bzw. Entgiftungsvorgang. Deswegen sollten wir diesen Reinigungsprozess nicht unterdrücken, zum Beispiel mit Durchfall stoppenden Mitteln. Es sind Fälle bekannt, wo nach einer Unterdrückung von Atemwegserkrankungen Durchfälle entstehen. Der Körper versucht Gifte über den Darm aus dem Körper auszuscheiden, die er über die Atemwege nicht ausscheiden kann.
Sehr wichtig ist bei solchen Fällen, den Hund 24 Stunden hungern zu lassen. An erster Stelle steht dabei der Verzicht auf tierisches Eiweiß. Die Flüssigkeitszufuhr darf niemals unterbrochen werden. Notfalls muss diese vom Fachmann in Form von Elektrolyt- und Traubenzuckerlösungen injiziert werden. Aushungern und dursten lassen sind beim Hund fehl am Platz. Der relativ kurze Darm des Hundes verträgt solche radikalen Maßnahmen nicht.
Zur Darmregulierung kann man Folgendes anbieten:• gerbstoffhaltige Pflanzen, wie schwarzen Tee, dazu Fenchel- und Kamillentee. Davon gibt man 6 mal täglich
einige Teelöffel voll;
• 20 bis 25 g Heilerde auf nüchternen Magen tun gute Dienste;
• Tierkohletabletten, davon bis zu 6 Tabletten, sind nicht zuviel. Die tägliche Ration wird auf mehrere kleinere
Portionen aufgeteilt.
Erst wenn der Hund angeschlagen und schwächlich ist, muss man andere Maßnahmen ergreifen.
Durch eine falsche Therapie von akuten Durchfällen können chronische Durchfälle in Form einer Rückvergiftung oder als Therapieschäden entstehen. Diese sind oft schwer zu heilen. Solche Hunde können hoffnungslose Dauerpatienten in einer Kleintierpraxis werden.
Galina Roth<< Zurück