• Fortsetzung: Ernährung des Welpen

    Es ging zuletzt um das hochverdauliche
    Futtermittel Welpenbrei, daszunächst in
    flüssigbreiiger Form angeboten werden soll.Trocken- und Feuchtfutter sollten nicht gefüttert werden. Das darin enthaltene Fleisch oder eine Fütterung mit reinem Fleisch belastet die Nieren,
    denn diese haben bis zum 3. Monat noch eine zu geringe Ausscheidungskapazität.
    Dies allein kann schon bei manchen Junghunden die Nierenwerte Creatinin und Harnstoff in pathologische Höhen treiben.

    Die Vorbereitung einer Fütterung mit Welpenbrei ist angezeigt. Wenn
    sich die Welpen nicht spontan für das Futter interessieren, muss man sie
    geduldig „auf den Geschmack bringen“, indem man etwas Brei um die
    Schnauze reibt, damit sie sich belecken. Zwangsmaßnahmen sind fehl
    am Platz. Sobald ein Welpe gelernt hat, das Futter aufzunehmen, werden
    die übrigen durch Beobachtung und Nachahmungstrieb folgen.

    Die zugeteilte Futtermenge richtet sich nach dem Appetit der Welpen.
    In solchen Fällen kann man keine sicheren quantitativen Angaben
    machen. Im Allgemeinen soll die tägliche Trockensubstanzaufnahme aus
    dem Beifutter 5 – 10 g/kg Körpermasse zu Beginn, gegen Ende der
    Säugeperiode 20 – 30 g/kg Körpermasse betragen. Falls das Futter nicht
    vollständig gefressen wird, ist bei der nächsten Mahlzeit weniger zuzuteilen.

    Sollten sich Störungen einstellen (Durchfälle, Erbrechen), wird die
    Futtermenge reduziert oder die Beifütterung einen halben oder einen
    ganzen Tag ausgesetzt. Wird auch in der 5. und 6.Woche infolge hoher
    Milchproduktion der Mutter wenig Beifutter aufgenommen, muss die
    Futterzuteilung der Hündin gedrosselt werden. Solange Welpen bei der
    Mutter sind, reicht eine 3-malige Zufütterung mit einem 8 – 10-stündigen
    nächtlichen Intervall. Bei breiartigem Futter mit geringerem Wassergehalt
    ist zusätzlich frisches Trinkwasser bereitzustellen.

    Aufzucht mutterloser Welpen
    Bei Tod, Erkrankung der Mutter oder Milchmangel sowie bei übergroßen
    Würfen müssen die Welpen mutterlos aufgezogen werden. Je mehr Kolostrum der Welpe unmittelbar nach der Geburt erhalten hat, desto größer sind die Erfolgsaussichten, eine spätere mutterlose
    Aufzucht zu verkraften.Deswegen soll für solche Fälle bei Züchtern tiefgefrorenes
    Kolostrum bereit stehen.

    Die natürlichen Verhältnisse hinsichtlich Nahrungszusammensetzung
    und Fütterungstechnik wie auch Mikroklima (Zusammensetzung mit
    Mineralien, Vitaminen usw.) müssen mit der „Ersatznahrung“ imitiert
    werden.

    Wenn keine Amme zur Verfügung steht, ist ein Milchaustauscher
    (Welpenmilch) anzusetzen. Es ist darauf zu achten, dass der Gehalt an
    Calcium und Phosphor optimal ist, das ist: Calcium 1,10% und Phosphor
    0,80%. Des Weiteren soll statt Milchzucker Traubenzucker enthalten
    sein, denn Milchzucker verursacht bei Welpen Durchfälle. Außerdem
    enthält Kuhmilch nicht nur Milchzucker, sondern auch zu wenig
    Protein und Fett. Die Fettsäurezusammensetzung in Kuhmilch ist weit
    von der Fettsäurezusammensetzung in Hundemilch entfernt. Die
    Hersteller fügen deswegen Öle und Fette dazu.

    Selbst zusammengestellte Milchaustauscher bekommt man nie optimal
    hin. Am besten eignet sich als Milchaustauscher die Milch von Schafen
    oder Schweinen – woher bekommt man diese jedoch frisch?

    Wichtig sind die exakte Lagerung und Vorbereitung der Milch. Gelagert
    soll das Milchpulver in kühlen und trockenen Räumen werden. Sonst
    können sich Pilze in dem eiweißreichen Milchpulver vermehren, die
    schwere Intoxikationen (Vergiftungen) der Leber auslösen können. Die
    Vorbereitung ist immer auf dem Etikett angegeben und soll exakt nach
    der Empfehlung des Herstellers gemacht werden. Das Pulver wird langsam
    in heißes Wasser eingerührt, nicht umgekehrt,  um Klumpenbildung
    zu vermeiden. Milchersatzpräparate für Babys sind für Welpen absolut ungeeignet. Sie enthalten zu wenig Eiweiß und Fett.

    In den ersten zwei Wochen müssen die Welpen mit Löffel, Pipetten oder
    Saugflaschen gefüttert werden. Sie werden während der Fütterung in ein warmes Handtuch, besser in einen Wollpulli, eingeschlagen. Am besten geeignet sind spezielle Saugflaschen für Welpen. Die Öffnung muss so groß sein, dass der Welpe ohne Anstrengung saugen kann, sonst wird er müde und schläft ein.
    Anderseits darf die Öffnung nicht zu groß sein, sonst kann sich der
    Welpe verschlucken. Beim Umstülpen der Flasche muss ein Tropfen
    pro Sekunde ausfließen.

    Welche Menge Welpenmilch wird gefüttert ?
    Das Befinden des Welpen ist entscheidend für die Fütterungsmenge.
    Wird der Welpe nicht satt, signalisiert er es durch Unruhe und vernehmliches
    Schreien. Dann prüft man, ob die Lösung nicht zu stark verdünnt
    worden ist.

    Reagiert der Welpe mit Verdauungsstörungen, wird die Konzentration
    reduziert. Bei kräftigen Welpen kann die Menge erhöht werden.

    Absetzen (Wechsel von Milchnahrung zur festen Nahrung)
    Durch das Absetzen entsteht noch einmal eine kritische Phase für die
    Welpen.Voraussetzung für ein komplikationsloses Absetzen ist eine ausreichende
    Beifutteraufnahme. Daher kann der Zeitpunkt für ein
    Absetzen nicht strikt fixiert werden, sondern richtet sich nach der
    Höhe der Beifutteraufnahme. Welpen sind bereits im Alter von vier
    Wochen absetzfähig, doch wird man sie unter praktischen Bedingungen
    erst in der 6. Woche von der Mutter trennen.

    Am Tag des Absetzens lässt man die Welpen nur noch einmal saugen.
    Der Welpe erhält nach dem Absetzen zunächst das während der
    Säugezeit übliche Futter, zum Beispiel einen optimal geeigneten
    Welpenbrei. Der optimale Calcium- und Phosphorgehalt im Welpenbrei
    garantiert ein gesundes Knochenwachstum. Calcium sollte 1,6 Gramm
    pro 100 Gramm Welpenbrei vorhanden sein, der Phosphorgehalt sollte
    1,2 Gramm betragen.

    In den ersten 3 – 4 Tagen bleibt die Fütterungsmenge die gleiche wie in
    der Zeit der Beifütterung. Anschließend wird, wenn keine Verdauungsstörungen
    auftreten, die Menge langsam erhöht.

    Wenn die Welpen den Besitzer wechseln, müssen sie das übliche Futter
    auch weiterhin bekommen. Ebenso sollten die Fütterungstechnik und
    das Futter beibehalten werden. Nachdem der Welpe in seiner neuen
    Heimat angekommen ist, muss er knapp gefüttert werden, denn mit
    einem Platzwechsel ändert sich für den Welpen auch das Keimmilieu.
    Falls sich 2 – 3 Tage danach keine Komplikationen einstellen, wird die
    Futtermenge beibehalten, andernfalls muss der Welpe restriktiv (einschränkend)
    gefüttert werden. Der neue Besitzer ist nicht verpflichtet,
    den Fütterungsempfehlungen des Züchters zu folgen. Nach der
    kritischen Übergangsphase kann er den Welpen bei der Fütterung langsam
    umstellen.

    Man sollte sehr kritisch die Menge an Calcium und Phosphor überprüfen,
    denn nur optimale Mengen garantieren ein gesundes Wachstum von Knochen und Gelenken.

    Der Bedarf des Welpen an Calcium und Phosphor ändert sich
    (pro kg Körpergewicht/Tag):

    Lebensmonat       3 - 4                    5 – 6                   7 – 12
    Calcium          355 – 520 mg        240 – 305 mg       130 – 145 mg
    Phosphor        170 – 245 mg        130 – 160 mg         85 – 90 mg

    Sie sehen, man sollte verschiedene Dinge im Umgang mit seinem
    Welpen beachten. Es macht zwar etwas Mühe, aber Ihr geliebter
    Vierbeiner wird es Ihnen bis ins hohe Alter hinein danken.

    Galina Roth